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  • Eröffnung der Hochmoselbrücke

  • Heute ist es soweit. Ein neues Verkehrsprojekt findet seinen Abschluss, jedoch nicht ohne das ursprünglich geplante Budget von ca. 140 Mio. EUR um weiter 40 Mio. EUR zu übersteigen. Deutschlands zweithöchste Brücke (156 m) überspannt mit einer Gesamtlänge von 1.700 m, nach insgesamt acht Jahren Bauzeit, nun das Moseltal.

    Das Projekt ist höchstumstritten. Die Winzer befürchten das das Wassermanagement an ihren Steilhängen unter den tief in den Boden getriebenen Stützpfeilern leidet. Leidet am Ende die Qualität der weltweit beliebten Moselrieslinge unter diesem Infrastrukturprojekt? Deutschland war einmal ein Weinland, das ist Jahrhunderte her. Nunmehr sind wir, ist unsere Wirtschaft eben auf den Bau, Verkauf und die Nutzung von Automobilen ausgelegt.

    Das Projekt ist überdimensioniert. Ursprünglich ist man von ca. 24.000 Autos täglich ausgegangen, die die Brücke nutzen. Neue Studien zeigen, dass es wohl kaum mehr als 13.000 Autos täglich werden. (Sprecher einer Anwohnerinitiative gegen den Bau der Hochmoselbrücke)

    Der Protest der sich lange vor der Bauphase formierte ebbte in der Schlussphase des Baus deutlich ab. Die Brücke steht, ab heute wird sie genutzt werden. Schön ist sie nicht, zumindest nicht in dem naturverwöhnten Moseltal. Die Anwohner werden sich wohl daran gewöhnen und mit ihr leben, die Touristen werden sich an ihr stören.


    Bildnachweis: Adobe Stock Nr. 303289513, Stephan Dinges